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Siegfriedsquelle
Die Sage vom Brunnen im finsteren Wald, das Lied der Legende ist alt, sehr alt. Auf der Hähe des Spessart, nicht weit vom Gipfel,
erhoben mächtige Eichen die Wipfel. Darunter, an fast verborgener Stelle entsprang sie, die silberhelle Quelle.
Die Höhe herab, fast schnurgerad' zur Quelle hin führte ein schmaler Pfad, mit Moos bewachsen, von Gräsern umsäumt
in der Stille des Waldes, wie verträumt.
Da plötzlich, so um des Tages Mitte härte man kräftige, eilende Tritte. O Wunder, ein Krieger im raschen Lauf hastet gehende den Hang hinauf.
Dann eilt er die Höhe hinab, hin zur Stelle, wo unter den Eichen hervorspringt die Quelle. Er läuft so leicht wie ein Reh daher,
obgleich er den Kampfschild trägt und den Speer.
Und da, ein zweiter Krieger jetzt naht, ohne Waffen, mit einem zerzaustem Bart. Er keucht schweren Schrittes des Pfades daher,
man sieht es, der Lauf ermüdet ihn sehr.
Jetzt ist auch er auf dem Weg hinab zur labenden Quelle im hastenden Trab. Und schon dringt das Raunen der Quell' an sein Ohr;
und den Anderen sieht er kniend davor.
Und er sieht auch den Speer und nimmt ihn zur Hand; und wie ein Dämon kommt er angerannt. Und er zielt und wirft so kräftig er kann;
in den Rücken trifft er den anderen Mann.
Der bricht zusammen und wälzt sich zurück; da trifft den Mörder ein schrecklicher Blick. Der steht nur fünf Schritte entfernt, wie gebannt,
noch immer erhoben die werfende Hand.
Und obwohl der Speer ihn ganz durchdrang, der Getroffene geht die fünf Schritte entlang und erfasst den Kampfschild am Halteknopf
und schmettert ihn auf des Mörders Kopf.
Der strauchelt und fällt und hält sich nicht. Jedoch auch der Andre zusammenbricht; und nach Minuten ist er dann tot-
und das Wasser der Quelle färbt sich rot.
Die Sage vom Brunnen im finsteren Wald. das Lied der Legende ist alt, sehr alt.
Peter Assmus 18.05.1992
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